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Bücher, kurz besprochen

Politik | Noura Maan | aus FALTER 46/12 vom 14.11.2012

Amerika bleibt Obamerika

Die Amerikaner haben Barack Obama eine zweite Chance gegeben, die USA aus der Krise zu führen. Um zu verstehen, welche großen Herausforderungen nun auf den Präsidenten zukommen werden, empfiehlt sich die Lektüre von Wolfgang Geiers Buch "Obamerika“.

Der USA-Korrespondent des ORF zieht Bilanz über Obamas erste Amtszeit und beschreibt eindrücklich, wie sich das Land der angeblich unbegrenzten Möglichkeiten zum Land "der unbegrenzten Gegensätze“ gewandelt hat - geprägt von verwahrloster Infrastruktur, einem abstiegsgefährdeten Mittelstand und einem Bildungssystem, das immer mehr Schulabbrecher hervorbringt.

Die amerikanische Misere hat laut Geier derart drastische Ausmaße, dass es sehr gut nachvollziehbar wird, warum vier Jahre Amtszeit für Obama einfach zu wenig waren. Ein Großteil der Probleme der USA, verdeutlicht der Autor, sei nicht der Regierung Obama anzulasten, sondern das Resultat jahrzehntelanger politischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Verfehlungen der Vorgängerregierungen.

Der Zwiespalt, den Staatshaushalt sanieren zu müssen und gleichzeitig dem amerikanischen Volk nicht noch mehr Sparmaßnahmen aufzubürden, war bisher für Obama nicht zu überbrücken. Die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler hat ihm nun aber den Auftrag gegeben, es weitere vier Jahre zu versuchen.

Wolfgang Geier: Obamerika. Galila, 238 S., € 23,90


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