Nachgesehen  

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 46/12 vom 14.11.2012

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Der tausende Kinder rettete: Ari Rath würdigt Aron Menczer

Ari Rath sitzt im Café, ein paar Schritte entfernt von der Marc-Aurel-Straße. Er trinkt Kakao, so wie er es in seiner verlorenen Kindheit so gerne getan hat. Gleich wird er ein Denkmal eröffnen, für Aron Menczer, der tausenden jüdischen Kindern das Leben rettete, indem er sie nach Palästina brachte. Auch der kleine Ari konnte 1938 nach Palästina flüchten. Er schuftete im Kibbuz, wurde Chefredakteur der Jerusalem Post und Berater des israelischen Premiers David Ben-Gurion. Nun wird er eine Rede für den Retter Menczer halten. Hier in Wien, in der Stadt, die Menczer in den Tod schickte.

Menczer wurde ins Ghetto Theresienstadt deportiert und begleitete von dort 1200 Kinder nach Auschwitz. Niemand kehrte zurück. Die Tafel Menczers, erzählt Ari Rath, musste übrigens am Gehsteig angebracht werden. Der Eigentümer der Marc-Aurel-Straße 5, eine Immo-Firma des Billa-Gründers Karl Wlaschek, wollte keine Gedenktafel dulden.


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