Mediaforschung  

Ist Global 2000 wirklich zum Speiben, Frau Matzka-Saboi?

Verführungskolumne

Medien | Katharina Mittelstaedt | aus FALTER 46/12 vom 14.11.2012

Klar, 30 zu werden ist nicht einfach. Die ersten Alterserscheinungen machen sich bemerkbar, die Jugend ist endgültig vorbei, es wird ernst. Aber dass man deshalb gleich schreien, spucken und andere zum Vomieren auffordern muss: Ist das notwendig?

Genau das ist der Punkt der neuen Global-2000-Kampagne, denn: Erwachsen wollte die Umweltschutzbewegung eigentlich gar nie werden. Nun ist sie es doch und lädt diesen Donnerstag zum Geburtstagsfest ins Wuk. Wer kürzlich auf Toiletten der Wiener Kaffeehaus- und Clubszene saß, wird die werbeuntypische Einladung dazu schon kennen: "Dass es Global 2000 nach wie vor gibt (sic! - ohne Beistrich, Jugendsünde?) ist zum Speiben. Weil die Welt noch immer nicht so ist, wie sie sein sollte.“

Auf den Außenplakaten ist neben dem Spruch unter anderem das Konterfei von Grünen-Politiker Alexander van der Bellen oder der Schauspielerin Angelika Niedetzky zu sehen, im Youtube-Spot wird man von einer Frau als Egoist beschimpft und direkt auf die Kameralinse bespuckt.

Warum so aggro? "In Indien zum Beispiel müssen Kinder für unseren Überfluss unter unmenschlichen Bedingungen schwer schuften. Das kotzt mich an“, sagt Lydia Matzka-Saboi, Pressesprecherin von Global 2000. Die Kampagne solle mit Witz zum Nachdenken anregen, weil es die Organisation nach 30 Jahren Einsatz "leider immer noch geben muss“. Na, da bleibt nur zu hoffen, dass sie ihren 40er nicht mehr erlebt. Derweil alles Gute! Würg.


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