Panik am Printmarkt: Von El País bis zur Presse kündigen Zeitungen massive Einsparungen an

Medien | aus FALTER 46/12 vom 14.11.2012

 Der digitale Wandel, die Inseratenflaute und der Druck der Eigentümer machen vielen Printmedien zu schaffen. Das beste Beispiel ist die renommierte spanische Tageszeitung El País, die 149 der 460 Beschäftigten kündigt und dem Rest das Gehalt um 15 Prozent kürzt. Dabei macht das Blatt noch immer Gewinn, im vergangenen Jahr waren es 18 Millionen Euro. Die Maßnahmen seien notwendig, damit dies so bleibt, Werbeeinnahmen seien in den letzten fünf Jahren auf die Hälfte gesunken, heißt es aus dem Mutterkonzern Prisa, der verschuldet ist und nun beim Blatt kürzt.

Andere Zeitungen wie der Guardian würden sich über solche Jahresbilanzen freuen: Das britische Qualitätsblatt verbucht seit Jahren enorme Verluste, zuletzt 44,2 Millionen britische Pfund. Auch hier ist das Printgeschäft eingebrochen, die Zeitung investiert kräftig ins Netz, schreibt aber auch online Verluste. Neulich dementierten die Briten Gerüchte, wonach die Print-Ausgabe als Ganzes eingestellt werden soll. So wie es beim US-Magazin Newsweek der Fall ist. Dieses erscheint ab kommenden Jahr nur noch online und kündigt Journalisten.

In Österreich hat die Wirtschaftskrise nicht so stark eingeschlagen, auch lesen noch 70 Prozent der Über-14-Jährigen zumindest ab und zu Tageszeitungen. Ein toller Wert im internationalen Vergleich. Trotzdem mehren sich Zeichen härterer Zeiten: So kündigte neben dem Kurier bereits der Styria-Konzern eine "Schlankheitskur“ für Presse und Wirtschaftsblatt an. Dass insgesamt 40 Mitarbeiter gehen müssen, wie kolportiert wurde, stimme aber nicht.


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