Das Queer-Gefühl

Feuilleton | Queer Studies: Matthias Dusini | aus FALTER 46/12 vom 14.11.2012

Lady Gagas Sexsatiren, der Genderhype und Buben in Röckchen: Alle wollen queer sein. Nun wird die akademische Kunst gequeert

Am zweiten Spieltag gab es den ersten Sieg. Der Queer-Springer SSV besiegte am 5. November den BSV Chemie Weißensee mit 4,5 zu 3,5 Punkten. Nicht das Ergebnis sticht bei dieser Nachricht ins Auge, sondern der Name des schwulen Berliner Schachvereins: Queer-Springer. Der Begriff "queer“ hat das philosophische Seminar, wo er vor rund 20 Jahren als US-Import auftauchte, verlassen und ist zu einem Allerweltswort geworden. Dessen Anwendungen reichen vom queer-feministischen Plattenlabel und den queer-migrantischen Filmtagen über den queeren Kindergarten bis zur queeren Partyreihe.

Gleich mehrere Veranstaltungen liefern in Wien derzeit Aufklärung über die Geschichte und Bedeutung von Queerness. Die Ausstellung "Rosa Arbeit auf goldener Straße“ im Ausstellungsraum xhibit der Akademie der bildenden Künste widmet sich dem Thema "Queere Abstraktion“. Die ebenfalls


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