Im Wirbel der Akanthusblätter

Feuilleton | Ausstellungskritik: Erich Klein | aus FALTER 46/12 vom 14.11.2012

Das Architektur Zentrum Wien schießt mit seiner Begeisterung für die Sowjetmoderne übers Ziel hinaus

Ein Sechstel der Erde, 300 Millionen Menschen. Die Sowjetunion sah sich bis zu Stalins Tod 1953 gerne selbst als mächtigstes Imperium der Weltgeschichte. Mit Chruschtschows Sputnik und dem Kalten Krieg kam der Fall. Was zwischen "Tauwetter“ und dem glanzlosen Ende der UdSSR 1991 in den 14 Republiken außerhalb Russlands gebaut wurde, zeigt das Architektur Zentrum Wien mit "Sowjetmoderne 1955-1991 - Unbekannte Geschichte“.

Man wolle aufräumen mit dem Klischee, dass es zwischen dem litauischen Vilnius und dem kasachischen Almaty nur Plattenbauten gegeben hätte und dass Sowjetarchitektur in den kaukasischen oder mittelasiatischen Büros nur von anonymen Kollektiven geplant worden wäre.

Wer immer das behauptet haben mag - jeder Sowjettourist konnte sich vom Gegenteil überzeugen -, mit seiner wiederentdeckten Begeisterung für die Nachkriegsmoderne schießt AzW-Chef Dietmar Steiner gehörig


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige