Kinderbuch der Stunde

Schnittlauch und die Leichtigkeit des Seins

Feuilleton | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 46/12 vom 14.11.2012

Der alte Stanislaus, der junge Stanislaus und der kleine Stanislaus (Großvater, Vater und Sohn) leben mit ihren Frauen (Großmutter, Mutter und Tochter Veronika) in einem netten, kleinen Generationenhaus zusammen. Man greift sich gegenseitig unter die Arme, hat einen Kirschbaum, lässt das Gras hoch wachsen und holt die Kräuter, die Oma zum Kochen braucht, selbstverständlich auch aus dem eigenen Garten. So weit, so zeitgemäß!

Doch der erste Eindruck täuscht: Bei "Der alte, der junge und der kleine Stanislaus“ handelt es sich mitnichten um ein heutigen Bobo-Fantasien entsprungenes Werk, sondern - Menschen deutlich jenseits der 30 werden sich erinnern - um einen österreichischen Kinderbuchklassiker, der heuer 50 wird. Mit den Stanisläusen feierte die Autorin Vera Ferra-Mikura (1923-1997) in den 1960er- und 1970er-Jahren große Erfolge. Auch wenn bisweilen leise Sozialkritik anklingt, erzählt Ferra-Mikura im Prinzip Geschichten aus einer heilen, intakten Welt. Hier war alles noch


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