Stadtrand 

Sisyphos und seine Freunde von der MA 42

Urbanismuskolumne

Stadtleben | aus FALTER 46/12 vom 14.11.2012

Dieser Tage kann man in Wien allerorts Zeuge eines mythologischen Dramas werden: des nicht zu gewinnenden Kampfes Mann gegen Natur, Zivilisation gegen Wildnis, MA 42 versus Wind. Allherbstlich ein nahezu endloser Fight. Denn anders als dort, wo die Natur die Oberhand hat und die Sache simpel ist, wo nämlich die Blätter langsam verrotten, wo sie hingefallen sind, ist das in der Stadt anders, da muss das Zeug weg, weil schmutzig, Rutschgefahr und überhaupt.

Das Corps der MA 42, die Stadtgärtner und Straßenkehrer, ist deshalb seit Wochen damit beschäftigt, die Blätter der weit mehr als 100.000 Wiener Alleebäume zu übermannshohen Haufen zusammenzurechen (besonders beeindruckende Laubmassive türmen sich derzeit im Stadtpark und Hietzing). Das Pech will es, dass die Mitarbeiter der MA 48, die die Tonnen von Blättern ins Kompostwerk Lobau führen, einem anderen Arbeitsrhythmus folgen. Also versuchen die MA-42er Tag für Tag, mit Rechen und Schaufeln die Haufen in Schach zu halten, ehe der Wind sie verweht. Beschäftigungstherapie à la Sisyphos.


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