Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (90)

Stadtleben | aus FALTER 46/12 vom 14.11.2012

Herr V. möchte wissen, ob er seine Wohnung "vorputzen“ muss, ehe die Putzfrau kommt.

Werter Herr V., Ihr Anstand Ihrer Putzfrau gegenüber in allen Ehren, Ihr Gedanke hat allerdings einen paranoiden Hintergrund. Denn was macht Sie vorputzen (immerhin lassen die Fakten eindeutig darauf schließen, dass Sie nicht in Schmutz und Verwahrlosung leben)? Fürchten Sie die sogenannte "üble Nachred“; das, was Sie denken, dass die Putzfrau denkt? Dass einen die Beschäftigung einer Putzfrau freilich nicht vom Benutzen einer Toilettenbürste, eines Putzfetzens und - in akuten Fällen sogar - von dem eines Staubsaugers befreit, versteht sich ja wohl von selbst! Dass es der Anstand gebietet, die eigene Schmutzwäsche wenn nicht selbst zu waschen, dann doch zumindest selbst zu sortieren, ebenso. Was also bleibt, Herr V., sind Ihre Hirngespinste, und die müssen Sie allerdings selbst wegkehren.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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