Kritiken

Die Kleinfamilie als Geisterbahn

Lexikon | Bettina Hagen | aus FALTER 46/12 vom 14.11.2012

Armes Kind! Der kleine Otto in "Vater Mutter Geisterbahn“ ist seinen Eltern ausgeliefert. Der Zuschauer muss mit ansehen, wie ein Möchtegernregisseur und eine Fast-Philosophin ihre Zukunftsängste an seinem formbaren Charakter abreagieren. Das Ganze ist dennoch nah am Leben - wer ist in der Kindererziehung schon ohne Selbstzweifel? Die Umsetzung aber ist weder Reality-Trash noch neurotisches Kammerspiel, für das eine ist der Text von Martin Heckmanns zu gewollt, für das andere sind die Themen zu banal. Dann bleibt aber nicht mehr viel. Die Schauspieler Fritz Hammel, Simon Jaritz und Alexandra M. Trimmel geben in der österreichischen Erstaufführung in der Drachengasse (Regie: Anselm Lipgens) ihr Bestes, doch es kommt nicht an. Am Ende geht der Sohn. Recht hat er.

Theater Drachengasse, Fr, Sa, Di-Do 20.00 (bis 8.12.)


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