Tipps Pop

Wenn "Indie“ mehr ist als ein Lifestyle-Schmäh

Lexikon | aus FALTER 46/12 vom 14.11.2012

Es gab eine Zeit, und so lange ist die noch gar nicht her, da stand der Begriff "Indie“ nicht für Lifestyle und Popgefälligkeit, sondern für Unabhängigkeit. Unabhängigkeit vom kulturellen Massengeschmack, vom politischen und gesellschaftlichen Mainstream und der kapitalistischen Verwertungslogik. Das kanadische Label Constellation hält seit 1997 an diesen Prinzipien fest. Nach dem alten Credo "global denken, lokal handeln“ gegründet, diente Constellation anfangs vor allem als Plattform der Undergroundszene Montreals.

Musikalisch dominierte während der ersten Jahre Postrock von Acts wie Goodspeed You! Black Emperor, mittlerweile reicht das Repertoire von Singer/Songwriter-Avantgarde bis zu Free Jazz und von Artpop-Disco-Studien bis zu hymnischer Weltumarmung auf den Spuren Arcade Fires. Neben der Qualität der Musik besticht auch das liebevolle Artwork, vor allem bei den Vinyl-Versionen, die es von jeder Veröffentlichung gibt. Im Rahmen des Blue-Bird-Festivals findet jetzt das zweitägige Label-Special "What a Constellation“ statt, unter anderem mit Carla Bozulich, Do Make Say Think, The Silver Mt. Zion Memorial Orchestra und Hangedup. Konzertereignis des Monats, mindestens! GS

Porgy & Bess, Mi, Do 20.00


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