Gerechtigkeit für Ernst Strasser

Politik | Prozessvorschau: Florian Klenk | aus FALTER 47/12 vom 21.11.2012

Der ehemalige Innenminister lobbyierte im EU-Parlament für Geld. Das zeigt ein heimlich aufgenommenes Video. Aber hat er damit ein Verbrechen begangen? Strafrechtsexperten hegen Zweifel. Der Ausgang des Prozesses ist völlig offen

Ernst Strasser will kein Interview geben. Er will weder über Korruption reden noch über seinen Prozess. "Alles zu seiner Zeit“, schreibt der Ex-ÖVP-Innenminister in einem Mail.

Er ist abgetaucht. Bei seinen raren öffentlichen Auftritten, etwa im U-Ausschuss, zeigt sich ein etwas entrückter und ergrauter Mann mit dicker schwarzer Brille. Strasser erzählte von Geheimdiensten, denen er damals in einem Brüsseler Restaurant auf der Spur war. Das war am 11. November 2010, Faschingsbeginn. Der Tag, an dem ihn zwei Reporter der Murdoch-Presse zum Essen luden (siehe Protokolle ab Seite 11).

Ab 26. November steht Strasser wegen Bestechlichkeit vor Georg Olschak, einem der strengeren Richter des Wiener Straflandesgerichts. "Strasser, Ernst, Vorstrafen: keine“, soll


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige