Mediaforschung  Verführungskolumne

Was haben Sie gegen das Christkind, Herr Fink?

Medien | aus FALTER 47/12 vom 21.11.2012

Glauben Sie ans Christkind? Der müde Bub aus der TV-Werbung des Senders Sky offenbar nicht; er schreibt lieber einen Brief an den Weihnachtsmann. Spannende Stunden mit Sherlock Holmes und den Superhelden wünscht er sich - "so oft und wann immer ich will“.

Im Spot gibt Testimonial Hans Krankl den Weihnachtsmann. "Die wahren Abenteuer gibt’s nur bei Sky“, sagt er und braust auf seinem Schlitten davon. Dort könne der Bub Serien und Kinofilme auf Abruf schauen - ein Jahr bevor sie auf anderen Sendern laufen.

Muss Weihnachtswerbung echt schon im November starten? Der Sender will rechtzeitig sein Produkt ankündigen, ehe die Konsumenten etwas anderes kaufen. Dass der Krankl-Spot den Leuten im November auf die Nerven ginge, bezweifelt Walter Fink, Marketing Direktor von Sky Österreich. Das Vorweihnachtsgeschäft beginne nun einmal zwei Monate vor dem Fest. Hans Krankl sei zudem ein österreichischer Sympathieträger.

Aber wieso, bitte, muss es schon wieder Santa Claus anstelle des Christkinds sein? Beim TV-Spot wurde auf eine "hollywoodeske Inszenierung“ geachtet, sagt der Werber. Sky stehe für große Unterhaltung und für Hollywood, da passe der Weihnachtsmann einfach besser. "Oder könnten Sie sich Krankl als Christkind vorstellen?“, fragt er.

Eine lustige Idee: Krankl im Christkindkostüm. Auch wenn sich Fink das nicht vorstellen kann, traut er Hans Krankl fast jede andere Rolle zu: "auch die des James Bond“.

Stefan Kluger


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