Wie gedruckt

Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 47/12 vom 21.11.2012

So kann man sich täuschen. "Nie im Leben käme die Kellnerin in einem Salzburger Café auf die Idee, dass der Mann, der eben ein Kürbisrisotto bestellt hat, ein verurteilter Verbrecher ist“, schrieb der Kurier. Die Zeitung weiß, wie man brave Bürger erkennt: "Der Mann raucht nicht, trinkt nicht, isst kein Fleisch. Um seinen Hals baumelt eine Mala, eine indische Gebetskette; das blonde Haar trägt er engelsgleich wie Thomas Gottschalk.“ Trotzdem sei er "ein Mörder, Räuber, Ausbrecher“.

Wenige Seiten später schockiert wiederum Adolf Hitler einen Kurier-Redakteur. "Auf jeder Seite steht etwas Entsetzliches“, steht in einer Rezension des Buchs "Geheimnisse des Zweiten Weltkrieges“ von Guido Knopp. "Aber was auf Seite 196 steht, ist ein Schock: Hitlers falsche Zähne wurden aus dem Zahngold der in den Konzentrationslagern ermordeten Juden hergestellt.“ Da braucht der Kurier dann mitten im Artikel eine doch recht ungewöhnliche "(Atempause)“. F


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige