Nüchtern betrachtet 

Trauriger Mann vor dem Zwicklflaschenkühlregal

Feuilleton | aus FALTER 47/12 vom 21.11.2012

Das Leben findet im Supermarkt statt“, hat eine bekannte Schriftstellerin mal gesagt. Ein Sätzchen von solch sexy lakonischer Prosaik stößt bei einer alliterationsanankastischen Zwitscherdohle wie mir natürlich auf höchste Zustimmungsgeneigtheit. Dabei ist es mit seinem Wahrheitsgehalt nicht weit her. Das Leben findet nämlich genauso auf dem Golfplatz, im Darkroom und beim Hüttenwirt statt, weswegen es heißen müsste: "Das Leben findet auch im Supermarkt statt“ - was freilich keinen Hund hinterm Heizstrahler hervorlockt. Insinuiert werden soll ja wohl, dass das eigentliche Leben im Supermarkt stattfinde. Vereigentlichungen sind aber heikel, man sollte sie eigentlich meiden. Insgesamt würde ich dem Satz der bekannten Schriftstellerin aber allein schon deswegen zustimmen, weil ich auf etwaige ungehaltene Nachfragen, warum ich den schon wieder über Supermärkte schriebe, antworten könnte: "Weil dort das Leben stattfindet!“

Außerdem ist es für mich leichter, die enervierende


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