Nie wieder Hausaufgaben

Stadtleben | Plädoyer: Nina Horaczek | aus FALTER 47/12 vom 21.11.2012

Wieso Kinder das Recht auf eine Ganztagsschule haben sollen. Unsere Kollegin schreibt aus eigener Erfahrung als Mutter

Das arme abgeschobene Kind sieht gar nicht traurig aus. "Was? Jetzt schon?“, fragt es meist, wenn man es um 15.30 Uhr abholt. Da endet nämlich der Schultag in einer Ganztagsvolksschule und die "normale“ Freizeitbetreuung beginnt. Kaum einigen sich SPÖ und ÖVP zumindest theoretisch darauf, die Ganztagsschule auszubauen, startet der konservative Gegenangriff. Ein Wahnsinn sei es, den Eltern die Kinder zu entführen und sie den ganzen Tag über in staatliche Schulen einzusperren, ist in Onlineforen zu lesen, die armen Kleinen würden überfordert und psychisch gequält.

Wenn wer arm ist, dann höchstens die Kinder, die auch im 21. Jahrhundert die Schule der 1950er-Jahre besuchen müssen, wo noch Mutti zu Hause wartete, dass die Kinder Punkt zwölf am Mittagstisch sitzen. Bei einer Frauenerwerbsquote von 69,3 Prozent (2011) ist das Bild von der Mutti am Herd überholt.


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