Musiktheater  Kritik

Eine geglückte Deutung Glucks im Haus am Ring

Lexikon | aus FALTER 47/12 vom 21.11.2012

Beim Match um die bessere Inszenierung siegte klar Christof Loy. "Alceste“ punktet mit dem von Ivor Bolton dirigierten Freiburger Barockorchester. Loy braucht keine sich ständig drehende Kulisse, sondern kommt mit einem kargen, schönen Bühnenbild aus, das manchmal in einer Nische einen angrenzenden Raum zeigt. Die Regie durchleuchtet mit feiner Psychologie die Hauptfiguren, ein Paar à la Ingmar Bergman. Sie lieben einander, quälen sich, zeigen Trauer, Angst, Wut. Das Chorvolk spielt eine weitere Hauptrolle, es besteht aus lauter oft ungezogenen Kindern, die sich im Spiel verkleiden, um doch noch alles zu einem guten Ende zu bringen. Der Onkel aus Amerika, Herkules, ist ihnen egal. Alle gehen am Schluss in die Dunkelheit. Gens ist die Landesmutter mit Todeswunsch. HR

Staatsoper, Mo 19.00


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