Kunst  Kritik

Alles dreht sich, alles bewegt sich

Lexikon | aus FALTER 47/12 vom 21.11.2012

Rotierende Drehbühnen, trommelartige Skulpturen: Das Leitmotiv von Nadim Vardags Ausstellung ist der sich drehende Körper, den er mit der Mechanik des Kinos assoziiert. Die Filmspule kreist, der Loop fängt immer wieder von vorne an. Der Künstler zeigt den Film "Entropie“, in dem eine Personengruppe philosophiert. Das Gespräch verläuft schleppend, die Intellektuellen sind in einem Gefühl der Leere gefangen. Die Ausstellung demonstriert eine Faszination für die Abstraktionen moderner Ästhetik: Ein tribünenartiges Gerüst stellt die Geometrie seines Aufbaus zur Schau. Nicht die Illusion des Kinos interessiert den Künstler, sondern dessen Apparat. Es gelingt dem Künstler, die verwinkelte Raumfolge der Galerie zu ordnen, indem er jedem Raum eine andere Funktion zuweist: vom Kabinett bis zur Kellerdisko. Sophisticated! MD

Georg Kargl Fine Arts, bis 12.1.


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