Film  Neu im Kino

Finale für die Ewigkeit: "Breaking Dawn 2“

Lexikon | Michael Pekler | aus FALTER 47/12 vom 21.11.2012

Dass ausgerechnet die Frage nach der Unsterblichkeit über Leben und Tod entscheidet, ist eigentlich eine interessante Idee. Denn wer früher stirbt, ist nicht unbedingt länger tot. Stephenie Meyer (Weltbestsellerautorin) und Bill Condon (Regisseur von Weltbestsellern) haben um dieses für Vampirfilme nicht unübliche Genremotiv den letzten Teil der "Twilight Saga“ gebaut.

Wer die bisherigen vier Filme der Serie nicht gesehen hat, braucht sich aber vor "Breaking Dawn 2“ nicht zu fürchten: Es ist die einzige Idee, und sie führt nur ansatzweise zu einer Erzählung, die davon handelt, dass ein Neugeborenes, entstanden aus einer Liebe zwischen Mensch und Vampir, nicht unsterblich sein darf. Weil sonst nämlich die bösen Kapuzenvampire kommen, um dem schönen Kind, seinen schönen Eltern und den schönen Gefährten aus aller Welt die Köpfe abzureißen. Kapuze gegen Katalog heißt also das "Finale für die Ewigkeit“, will man der Tagline des Films Glauben schenken, dessen Ideologie so fragwürdig ist wie seine Ästhetik befremdlich. Denn das Faszinierende an dieser Serie ist ihre Kunst der perfekten Nichtigkeit. Jede Kritik an Meyers Büchern und ihren Verfilmungen, sie seien reaktionär und sexistisch, scheint sich zu erübrigen, weil sie es offensichtlich sind, wie ihre Figuren, die nichts vorhaben, auf nichts verweisen und nichts bedeuten. Wie sollte es bei so viel Blutleere auch anders sein.

Für den Rest der Welt ist da einfach kein Platz mehr. So kann Kristen Stewart nun endlich die sensomotorischen Vorzüge des Vampirlebens erfahren, während Robert Pattinson mit seinen eigenen Qualen selbstverständlich unabsichtlich und ironiefrei auch die unsrigen erkennt: "It’s painful, but it’s bearable.“

Ab Fr in den Kinos


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