Kolumne Außenpolitik

Mursis gefährlicher Pfad zur ägyptischen Demokratie

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 48/12 vom 28.11.2012

Ägyptens laizistische Opposition fürchtet einen Rückfall in autoritäre Zeiten, diesmal unter islamistischer Fahne. Auf dem Tahrir-Platz wird gegen die Regierung protestiert, die das Land zur Demokratie führen sollte. Das Schreckgespenst ist eine Diktatur der Muslimbrüder. Der Alarm ist gerechtfertigt, aber nur zum Teil. Das Land ist gespalten. Der Übergangspräsident hat sich eine gefährliche Fülle unkontrollierter Macht zugesprochen. Der Weg zur Demokratisierung im wichtigsten Land des Arabischen Frühlings ist gefährdet, aber nicht versperrt.

Gerade hat Präsident Mohammed Mursi Ägyptens Führungsrolle in der arabischen Welt bestätigt. Seine Vermittlung im Gaza-Konflikt wurde international gewürdigt. Entgegen allen Zweifeln hat er zwischen der israelischen Regierung und der palästinensischen Hamas vermittelt und einen neuen Krieg vorerst verhindert. Vor der Revolution spielte das autoritäre, von den USA finanzierte Mubarak-Regime diese Rolle. Mursi musste beweisen, dass


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