Mediaforschung Verführungskolumne

Welche Themen wollen Krone-Leser wirklich am Titelblatt?

Medien | aus FALTER 48/12 vom 28.11.2012

Die sympathische Studentin, die sich ihr Studium nicht leisten kann. Der bemühte Vater, der die beste Ausbildung für seine Kinder will. Die engagierte Frau mittleren Alters, die sich mehr Politiker mit Rückgrat wünscht. Adrette Menschen mit gesellschaftspolitischen Anliegen, die mit der Krone in der Hand von Plakaten lächeln sowie in TV, Kino, Print, Radio und online im ganzen Land zu sehen und zu hören sind.

Seit Ende August präsentiert sich die Kronen Zeitung mit dem neuen Werbeslogan "Was uns bewegt, die Krone macht’s zum Thema“. Der Großteil der heimischen Tages- oder Wochenzeitungen wirbt bevorzugt mit möglichst sympathischen Lesern.

Die Kronen Zeitung bildet hier keine Ausnahme. Markus Mazuran, Geschäftsführer der verantwortlichen Werbeagentur Wien Nord, stellt das Konzept so dar: "Die Krone war und ist eigentlich das erste echte soziale Netzwerk in unserem Land. Und genau diese Nähe zu den Menschen und ihren Themen wird in der Kampagne zum Ausdruck gebracht.“

Auffallend jedoch: In der neuen Krone-Imagekampagne hat der abgebildete Vorzeigeleser auf den ersten Blick wenig mit dem tatsächlichen Leser gemein. Den typischen Krone-Kunden stellt man sich, mit Verlaub, anders vor. Und, noch auffallender: Bildungsagenden besitzen in der Werbung einen erstaunlich hohen Stellenwert.

Die Leser positionieren sich mit Themen, die, ganz nebenbei, das bildungspolitische Programm einer der beiden Großparteien, nämlich der SPÖ, stützen.

Petra Sturm


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