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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 48/12 vom 28.11.2012

Da hat die Redaktion von Österreich anscheinend extra die Pornoseiten im Netz durchforstet: "Am Mittwoch machte im Großen Schwurgerichtssaal ein neues Gerücht die Runde“, schrieb das Gratisblatt vom Prozess der Eissalonbesitzerin Estibaliz C., die wegen zweifachen Mordes vor Gericht stand: "Estibaliz soll in einem Porno-Film mitgewirkt haben“, schreibt Österreich. Als Beweis führt die Gratiszeitung redaktionelles Pornoschauen samt Gesichtsvergleich an: "Fakt ist: Eine Ähnlichkeit von Esti zur Hauptdarstellerin ist nicht zu leugnen.“

Weil der Boulevard nie satt wird, gräbt Österreich fleißig weiter im Privatleben der Angeklagten. Neben dem vermeintlichen Porno-Fund zitiert das Blatt Franz R., einen der Zeugen: "Fakt ist: Esti bevorzugte es, mehrere Männer gleichzeitig zu lieben“, schreibt Österreich. Fakt ist: So eine Berichterstattung über eine psychisch kranke Angeklagte ist echt widerlich. F


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