Busenstreicheldressur und Minimalslapstick

Feuilleton | Filmkritik: Joachim Schätz | aus FALTER 48/12 vom 28.11.2012

Ulrich Seidls Sextourismus-Tragikomödie "Paradies: Liebe“ hat ihre Stärken abseits der "starken“ Bilder

Was vor allem in Erinnerung bleibt, ist die unglaubliche Beharrlichkeit, mit der hier alles vonstattengeht: das Werben der jungen Männer am Strand von Mombasa um Aufmerksamkeit und Geld; die Abwehr, mit der Teresa aus Wien diesen Avancen begegnet - und damit doch die Verhandlungen gleichwohl bereits aufnimmt. Den Sextourismus an der Küste Kenias erzählt Ulrich Seidl in "Paradies: Liebe“, dem ersten Teil seiner "Paradies“-Trilogie, als ein Spiel der Kräfte und Gegenkräfte zwischen Körpern von beträchtlicher Trägheit.

Die Interessenlagen und Machtverhältnisse in diesem Tauschgeschäft könnten kaum klarer sein. Eines von Seidls wie mit dem Lineal gezogenen Tableaus fasst sie folgendermaßen zusammen: hüben die Damen aus Wohlstandseuropa in den Liegestühlen der Hotelanlage, drüben die durchtrainierten "Beachboys“, die auf eine neue "Sugarmama“ warten. Dazwischen:


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