Buch der Stunde

Niels Bohr und die Revolution der Physik

Feuilleton | aus FALTER 48/12 vom 28.11.2012

Vor gut 100 Jahren beschoss der Physiker Ernst Rutherford hauchdünne Goldfolien mit Alphastrahlen, d.h. Heliumkernen. Wie erwartet, durchdrangen die meisten davon die Folie, einige jedoch prallten erstaunlicherweise zurück. Das "Planetenmodell“, in dem die Elektronen den Kern umschwirren, konnte das erklären, schuf jedoch ein neues Problem: Die Elektronen können nur auf der Umlaufbahn gehalten werden, wenn sie beschleunigt werden; dann aber müssten sie permanent Energie abstrahlen. Atome wären also instabil.

Mit der Lösung dieses Problems begründete Niels Bohr, der vor genau 50 Jahren starb, die Quantenmechanik. Er benutzte dabei die umwälzende Entdeckung Max Plancks, dass sich die Lichtabstrahlung schwarzer Körper, die sukzessive bis zum Leuchten erhitzt werden, exakt berechnen lässt, wenn man annimmt, dass ihre Energie nicht kontinuierlich, sondern in kleinen, diskreten "Päckchen“ fließt. Für Planck war das eine bloße mathematische Angelegenheit. Bohr deutete diese Quantensprünge

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