"Kakerlaken sind faszinierende Tiere“

Feuilleton | Porträt: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 48/12 vom 28.11.2012

Die steirische Jungautorin Cordula Simon über ihr wildes Debüt "Der potemkinsche Hund“ und ihr Leben in der Ukraine

Die Frage, die Autoren am häufigsten zu hören bekommen, aber selten gerne hören, lautet: "Kann man davon leben?“ Ja, man kann, antwortet Cordula Simon selbstbewusst.

Das allein wäre für eine junge Autorin schon bemerkenswert. Die 26-jährige Oststeirerin stellt aber noch einmal einen Sonderfall dar. "Ich habe gute eineinhalb Jahre vom Schreiben gelebt, ohne ein Buch veröffentlicht zu haben“, sagt sie. "In Graz haben das alle witzig gefunden. Ich war die Autorin ohne Buch.“

Wie das geht? Simon lebt und arbeitet, seitdem sie vor knapp zwei Jahren ihr Studium der Germanistik und Slawistik abgeschlossen hat, im ukrainischen Odessa, das sie schon von einem Gastsemester her kannte: "Ich habe mir gedacht, warum soll ich es nicht probieren. Von den Stipendien und Preisen, die ich bekommen habe, kann ich dort dreimal so lange leben. Ich habe den ganzen Tag zum Schreiben

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