Fische essen Füße auf

Stadtleben | Selbstversuch: Barbara Schellner | aus FALTER 48/12 vom 28.11.2012

In Wien gibt es jetzt auch so ein Studio für Fischpediküre: Hui oder pfui?

Grauslich!“, tönt es durch die Redaktionsräume, als man von Wiens neuem Fischpedikürestudio erzählt. Zugegeben, der Gedanke, dass Fische einem die Hornhaut von den Füßen knabbern, klingt nicht sehr verlockend. Sobald man aber das "Feel & Peel“-Studio in Neubau betritt und mit Besitzer Saman Hassani gesprochen hat, entwickelt sich so etwas wie Vorfreude.

Herr Hassani, 33, kann alles erklären. Zunächst muss man Schuhe und Socken ausziehen und bekommt Einwegslipper. Dann bittet er in den hinteren Teil des Geschäfts, wo die Füße genau untersucht werden. Wer Fußpilz oder Infektionskrankheiten hat, muss leider wieder gehen. Das Gesundheitsamt will es so. Den Fischen ist es egal. Die Füße werden gewaschen und desinfiziert. Dann setzt man sich an eines der sechs Becken. In jedem befinden sich etwa 20 der Garra-Rufa-Fische, die nur ein paar Zentimeter groß sind.

Bevor es so weit ist, versichert Herr Hassani zum hundertsten Mal, dass wirklich alles hygienisch sei. Dank der Filter ist das Wasser nämlich super-sauber, sodass es für die Fischchen sogar zu wenig zu Essen gebe. Hassani muss zusätzlich zur Hornhaut der Kunden noch Futter beigeben. Also gut, Füße langsam ins Becken absenken, sofort stürzen sich die Viecher gierig drauf. Und siehe da: Es ist herrlich! Von wegen knabbern - das Saugen fühlt sich an, als hätte man die Zehen in einem Mini-Whirlpool. Dazu serviert Hassani Tee und erzählt vom Kampf mit den Behörden, bis er endlich aufsperren konnte.

Die Fische arbeiten inzwischen fleißig an den Fersen. Wie lange die Behandlung dauert, kann man sich aussuchen. Als Draufgabe werden die Füße noch eingecremt und massiert. Hornhautbefreit und mit dem idealen Weihnachtsgeschenk für die Verwandtschaft (Gutscheine!) entschwebt man dem "Feel & Peel“. F


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