Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Noho - nie mehr Kater!

Über flüssige Wundermittel, die womöglich Räusche vertreiben

Stadtleben | aus FALTER 48/12 vom 28.11.2012

Sich mit alkoholischen Getränken in rauschhafte Zustände zu versetzen kann mitunter eine lustige Sache sein. In ausgelassener Stimmung lässt es sich diskutieren, tanzen, schmähführen ohne Sinn und ohne Ende. Unschön sind Kopfschmerzen und Übelkeit am nächsten Tag. Auch die sinnliche Verbundenheit mit der Welt kann darob vorübergehend außer Gefecht gesetzt sein. Schuld daran ist der durch Alkohol verursachte Vitamin-, Mineralien- und Wassermangel.

Der Noho-Anti-Kater-Drink verspricht nun Abhilfe bei diesem grauenhaften Zustand. Wie soll das gehen? Auf dem mit zwei kleinen Fläschchen ausgestatteten Paket wird mithilfe kleiner Piktogramme erklärt, dass man ein Noho vor dem ersten Drink und eines nach dem letzten zu sich nehmen soll. Und wie schmeckt dieses angebliche Wundermittel? Der sehr saure Geschmack rührt von der Zitronensäure her, gesüßt wurde mit künstlichen Süßstoffen. Die Lebensenergie kommt durch die Kraft der Kaktusfeige und der Ingwerwurzel angeblich wieder zurück. Das Getränk wurde mit Mineralien versetzt, der Verzicht auf Koffein, Taurin oder Guarana großgeschrieben. Kann das wirklich funktionieren? Der Test ergibt: ja und nein. Abgeschwächt sind die Symptome eines Katers, der Katzenjammer wird aber nicht völlig ausgeschaltet. Außerdem liegt einem der beißend süßsaure, fast digital anmutende Geschmack während der ganzen Party auf der Zunge, wodurch die alkoholischen Flüssigkeiten einen seltsamen Nebengeschmack erhalten. Fazit: guter Versuch, funktioniert nicht ganz. fH


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