Hört die Signale

Steiermark | Reportage: Donja Noormofidi, Gerlinde Pölsler | aus FALTER 48/12 vom 28.11.2012

Die Kommunisten haben die SPÖ vom zweiten Platz gestoßen. Über Siege, Schuld und Sühne

Elke Kahr wirkt nicht wie eine typische Politikerin, eher wie eine Mischung aus Bibliothekarin und Sozialarbeiterin - graue Weste, die Lesebrille baumelt an einer Schnur um den Hals. Ziel sei es, den Sitz im Stadtsenat zu halten, wiederholt Kahr auch noch am Wahltag beharrlich, obwohl die Umfragen den Kommunisten bereits den zweiten Platz prognostiziert hatten. Bescheiden sein und bloß nicht protzen - das ist etwas sehr Kommunistisches, zumindest wenn es um die Grazer Kommunisten geht.

Kurz vor vier Uhr nachmittags schickt ein Mitarbeiter die Auszählung der Stimmen des vorgezogenen Wahltages auf Elke Kahrs Handy, das aussieht wie eines der ersten Modelle seiner Art. Die KPÖ steht bei 18 Prozent, am Ende des Tages werden es rund 20 Prozent sein. Franz Parteder, Chefstratege und Lebensgefährte von Elke Kahr, hat am Vortag erstmals das Gefühl gehabt, dass es ähnlich gut gehen könnte wie im Jahr


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