Heidi List Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Fönator

Kolumnen | aus FALTER 48/12 vom 28.11.2012

Ein Trick, den Riesenstapel Bücher zu bewältigen, bevor der nächste zu Weihnachten anrollt, ist, sie einfach so, wie sie dastehen, zu lesen. Da kommen auch die Kamellen dran. Jetzt gerade habe ich Glück, das Buch heißt "Der viktorianische Vibrator“ - die Freakshow des Fortschritts. Da geht es um Erfindungen für den Hugo, wenn man den zum Feind hat. Beschrieben sind Vakuumhauben gegen Männerglatzen, radioaktive Zahncremen, Kokainpillen für Kinder, lustige Stromeinsätze aller Art. Und eben ein Vibrator, der jedem Küchenquirl den erotischen Rang ablaufen würde, wenn er nicht nutzlos wäre. Ausgesehen hat er wie ein Fön. Wie auch immer die Damen damals gebaut waren, man studiert da schon erstaunt die Bilder dazu, wie das anatomisch geplant war mit deren Lust. Aber vielleicht war damals, so wie das meiste, sogar der Vibrator für Frauen nichts für Frauen.

Für Männer gab’s übrigens formschöne Reizstromgürtel mit feinmaschigen Netzchen fürs Skrotum. Sind heute auch nicht mehr im Programm bei Palmers. Schönes Buch. Das nächste ist ein brillanter Schmöker über Physikirrtümer. Scheiße. Schnarch. F


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