Film Festivaltipps

Zum fünften Mal "This Human World“

Lexikon | aus FALTER 48/12 vom 28.11.2012

Kelly Anderson zeigt "My Brooklyn“,

Arash T. Riahi "Nerven Bruch Zusammen“

Menschen wie ich haben das Herz eines Astronauten“, sagt Youngchan, um das Gefühl der Abgeschnittenheit von der Umwelt zu erklären, dass taubblind Geborene haben. Der Film "Planet of Snail“ rückt das Leben des jungen Mannes und die außergewöhnliche Beziehung zu seiner Frau Soonho in den Mittelpunkt: Die poetische Dokumentation einer Liebe, die in ruhigen Bildern zu den Sinnen der Zuseher zurückführt.

Das Werk von Regisseur Seung-Jun Yi ist einer von gut 80 Beiträgen des Filmfestivals "this human world“, das vom 29. November bis zum 9. Dezember in vier Wiener Kinos stattfindet und heuer sein fünfjähriges Bestehen feiert. So unterschiedlich die Themen, Macharten und Herkunftsländer der gezeigten Dokumentar- und Spielfilme sind, haben sie doch eines gemein: nicht nur hinzusehen, sondern Verständnis zu fördern und das Publikum dazu zu ermutigen, aktiv zu werden, wo Menschenrechtsverletzungen geschehen. "It’s a girl“ (Regie: Evan Grae Davis), ein detaillierter und erschreckender Blick auf den vor allem in Indien und China stattfindenden Femizid endet beispielsweise mit dem klaren Appell, ein totgeschwiegenes Thema ins Bewusstsein der Gesellschaft zu rufen. Mit Gewalt an Frauen setzt sich auch der Eröffnungsfilm "Nerven Bruch Zusammen“ von Arash T. Riahi auseinander.

Hauptschwerpunkt des Festivals ist mit "this human URBANISM“ heuer der Lebensraum Stadt. Werke wie "My Brooklyn“ von Kelly Anderson, eine Suche nach den Hintergründen von Gentrifizierung in New York und persönliche Liebeserklärung an die Kraft einer gewachsenen Nachbarschaft, sind darunter vereint.

Ergänzt wird das Filmprogramm wieder mit Diskussionen, Workshops, Lectures und Konzerten.

SABINA ZEITHAMMER

Bis 9.12. im Gartenbau, Filmcasino, Top und Schikanederkino


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