Kunst Kritiken

Das Rätsel des rosa Toilettenpapiers

MD | aus FALTER 49/12 vom 05.12.2012

Die belgische Künstlerin Joëlle Tuerlinckx (Jg. 1958) war unlängst in der Secession und der Generali Foundation mit Ausstellungen zu Gast. Nun wurde sie von der Galerie Nächst St. Stephan zu einer Einzelschau eingeladen, zu der sie ein paar Freunde mitbrachte. Zu sehen sind also nicht nur frühe Zeichnungen der Konzeptkünstlerin, sondern auch Beiträge von Willem Oorebeek und Laurent Dupont. Aus Zeitungsschnipseln bestehende Collagen, ein von der Decke zum Boden gespannter Klebestreifen, das Modell einer Riesenbohne: Der Charme von Tuerlinckx' Zeichenwelt erschließt sich dem, der die Rätselhaftigkeit dieser Inszenierung als Qualität akzeptiert. In einem Raum baumelt ein Stück rosa Toilettenpapier von einem Haken, der Raum ist im selben Farbton gestrichen. Geht es hier um wesentliche Dinge, die jeder braucht? Da lächelt die Sphinx.

Galerie nächst St. Stephan, bis 12.1.


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