Die Photograz012 in der ESC und Stefan Panhans in der Camera Austria

Lexikon | Kritik: Ulrich Tragatschnig | aus FALTER 49/12 vom 05.12.2012

Es hat schon Künstler gegeben, welche die für die Ausstellungsreihe "Art Is Concrete. And So Is Truth?“ vorgesehene Wand bei Camera Austria in dichterer Hängung bespielten. Johanna und Helmut Konrad haben beispielsweise ein engmaschiges Netz aus persönlichen Erinnerungsinseln gewoben, subREAL eine verwinkelte Bestandsaufnahme der eigenen Recherchen geboten. Dagegen wirkt die Wand bei Stefan Panhans wieder aufgeräumt, zeigt eine Strecke stilllebenhafter Arrangements und landschaftlicher Settings, die recht surrealistisch anmutende Dingzusammenstellungen zeigen. Glitzercowboyhüte legen sich mit Kirschtomaten zur wohlgestalten Einheit auf gewagtes Grün, ein allzu resch gebackenes Baguette steckt neben einem Fahrradschloss in sandiger Umgebung fest. Als "Items for Possible Video Sets“ (bis 16.12.) werden die Dinge vorgestellt, als Requisiten möglicher Handlungen. Letztere brauchen schließlich Luft, sich zu entfalten, zumal die narrativen Versatzstücke zumeist reichlich theatralisch daherkommen und dementsprechend auf größere Showeffekte abzielen.

Surrealistisch wirkt auch Photo-graz012 (bis 12.1.), der diesjährige, in der ESC präsentierte Querschnitt durch die steirische Fotoszene. Nicht nur weil hier naturgemäß die unterschiedlichsten Arbeiten und Kontexte aufeinanderstoßen. Auch wenn es der Präsentation gut getan hat, dass erstmals eine Jury die Einreichungen gefiltert hat, bleiben die Auswahlkriterien angesichts eingestreuter Fotokunst-Fingerübungen nicht an jeder Stelle gleich gut nachzuvollziehen. Ein Katalog klärt aber auf, dass dem Betrachter das Schlimmste an Bedeutungsschwangerem doch erspart blieb. F


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige