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Falter & Meinung | aus FALTER 49/12 vom 05.12.2012

Könnt ma mit dem nicht einmal ein Interview machen?“, frug Florian Klenk arglos, als vor einigen Wochen die Rede auf Peter Handke kam. Gute Frage. Im Prinzip geht das wohl - wie zahlreiche Interviews belegen. Oft sind die sogar recht lustig, wie unlängst eines im SZ-Magazin, in dem der Dichter u.a. davon erzählte, wie er einem FAZ-Journalisten eine paniert hat. Außerdem hat es im Falter tatsächlich noch kein Handke-Interview gegeben; jedenfalls nicht in der Zeit, die ich überblicke. Artmann und Achleitner, Glück und Gerstl, Jandl und Jelinek, Kehlmann und Köhlmeier, Mayröcker und Menasse, Ransmayr und Röggla, Schwab und Streeruwitz - alles da. Aber unter "H“ - zwar Haas und Händl, Hell und Hackl, Haslinger und Hochgatterer - aber kein Handke.

Nun gilt Peter Handke nicht unbedingt als allererste Wahl für den gemeinsamen Steinobstverzehr. Wie also fädelt man ein Interview ein? Man fragt einen Handke-Kenner - zum Beispiel Karl Wagner in Zürich. Der leitet das Begehr weiter nach Klagenfurt. Dort sitzt der Handke-Spezialist Fabjan Hafner und sagt: Handy hat er verloren, Fax ist auch nicht so super - Brief! Man schreibt also einen Brief nach Chaville. Natürlich handschriftlich, weil man weiß: Handke himself hält das auch so und vielleicht mag er sogar zurückschreiben (ein original Handke-Autograf!!!). Weil’s dann aber doch pressiert, ruft eines Tages Jochen Jung aus Salzburg an und teilt mit: Der Dichter empfängt. Er erweist sich übrigens als ausgesprochen umgänglich. Schade bloß, dass die Kirschensaison schon vorbei ist!

KLAUS NÜCHTERN


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