Beschränkt und larmoyant

Falter & Meinung | aus FALTER 49/12 vom 05.12.2012

Betrifft: "Schluss mit diesem Shoah-Gejammer!“ von M. Dusini, Falter 48/12

Wer spricht hier als wer und mit welcher Absicht?!

Vorbei sind die Zeiten, in denen sich "viele nichtjüdische Österreicher“ in Demut üben mussten. Dazu sollen die Juden - endlich - einen Schlussstrich ziehen (nachdem Hitler und seiner Verbrecherbande das nicht ganz so gut gelungen ist).

Damit das leidige Auschwitz für die Täter/Töter ein Ende hat; damit es den "nichtjüdischen Österreichern“, um mit Henryk Broder zu sprechen, ein bisschen leichter gemacht wird, den Juden Auschwitz zu verzeihen.

Die Beschränktheit und Larmoyanz dieses Artikels zeigt sich nicht zuletzt darin, dass er blauäugig, unreflektiert und möglicherweise auch unbewusst an den Historikerstreit der 1970er-Jahre anknüpft, der die Juden strukturell aus der wissenschaftlichen Erforschung und Debatte über den "zivilisatorischen Fort- und Rückschritt“ wegen Parteilichkeit ausschloss, über der zu stehen sich Vertreter der deutschen Wissenschaftselite anmaßten.

MAg. Katja Rainer Wien 1


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