Kommentar Feindbild ORF

Wie sich Politrüpel Frank in die Herzen des Publikums brüllte

Falter & Meinung | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 49/12 vom 05.12.2012

Am 27. September, dem Tag, als Frank Stronach seine neue Partei präsentierte, gab es im Magna Racino gratis Wiener Schnitzel und Leberkäse, die Leute kamen und aßen, und irgendwann spätabends stieg der alte Milliardär auf die Bühne und hielt seine Rede. "Der ORF ist nur negativ“, wütete Stronach, "jedes Mal, wenn ich in den ORF komm, gibt’s eine negative Einleitung. Wie kann das sein? Ich hab immer nur gegeben.“

Stronach sprach an diesem Abend oft wirres Zeug, nur selten klatschten die Menschen begeistert Beifall. Aber als er gegen den ORF vom Leder zog, da johlte die Masse und goutierte die Angriffe mit dem lautesten Applaus des Abends. Der ORF ist ein lohnendes Ziel: Fast jeder sieht fern oder hört Radio. Dem einen ist der ORF zu wenig intellektuell, dem anderen zu sehr. Dem einen bietet er zu viel Sport, dem anderen zu wenig. So kann man das Programm durchdeklinieren, und jedes Mal, wenn einem im ORF etwas nicht passt, ärgert man sich. Weil man ja dafür zahlen muss.

Vergangenen Donnerstag kam Stronach in die "ZiB 2“, um mit Armin Wolf über die millionenschweren Geschäfte zu sprechen, von denen Stronachs Konzern beim schmutzigen Eurofighter-Deal profitiert haben soll. Für Stronach ist die Sache heikel - es sieht jetzt so aus, als ob er Österreich nicht nur gegeben, sondern hierzulande kräftig zugelangt hat. Darauf angesprochen, zog Stronach eine Show in der "ZiB 2“ ab: Er redete sich in Rage, brüllte Wolf an, bezichtigte den kritischen ORF, Machterhalter und Teil des politischen Systems zu sein.

Für Stronachs Gegner hat sich der Politrüpel erneut selbst entlarvt. Stronach kann’s egal sein. Der jubelnden Masse à la Magna Racino hat sich der Wüterich abermals empfohlen. F


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige