"Europa muss neu gegründet werden“

Politik | Gespräch: Wolfgang Zwander | aus FALTER 49/12 vom 05.12.2012

Weil die Eurokrise die EU bedroht, ist der Utopist Oskar Negt zu einem der wichtigsten Vordenker des Kontinents geworden

Oskar Negt sieht in der Kraft politischer Utopien die einzige Chance, die die EU inmitten ihrer bisher schwersten Krise vor einem Abdriften ins Autoritäre retten kann. Die heute alles entscheidende Frage lautet für ihn: Utopie und Aufklärung oder Gewalt und Krieg?

Falter: Herr Negt, Heinrich Heine hat 1844, als die deutsche Einigung noch bevorstand, geschrieben: "Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.“ Was kommt Ihnen heute in den Sinn, wenn Sie nachts an Europa denken?

Oskar Negt: Mich beeindruckt das ungeheure Interesse, das nicht nur in Deutschland an Europa erwacht ist. Andererseits gibt es auch die Albtraumseite, dass die Währungsfrage auf dem ganzen Kontinent neue Zerrissenheiten schafft. Die Billionen Euro, die in die Rettungsschirme gesteckt werden, einigen Europa nicht, sondern sie dividieren die Völker wieder auseinander


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