Eine Straße wehrt sich

Politik | Reportage: Nina Horaczek | aus FALTER 49/12 vom 05.12.2012

Überfälle, Not, verwaiste Geschäfte: Die Reinprechtsdorfer Straße zeigt, was das kleine Glücksspiel der Stadt wirklich bringt

Gleich geh ich“, sagt der Mann mit den grau melierten Haaren. "Tüdelü tüdelü“, macht der Automat, Hufeisen, halbnackte Frauen, Zahlen und vierblättrige Kleeblätter schwirren über den Bildschirm. "Ich muss in die Arbeit. Wenn ich jetzt nicht gewinne, höre ich auf.“

Das sagt der Mann seit 20 Jahren. So lange schiebt er schon sein Geld in Spielautomaten. Heute ist die Reinprechtsdorfer Straße sein Spielzimmer. Gemeinsam mit vielen, vielen anderen. Die einstige Flaniermeile des braven Arbeiters im fünften Wiener Bezirk ist heute eines der größten Spielerasyle von Wien. Auf knapp 900 Metern tummeln sich 13 Wettlokale.

64.000 Österreicher sind spielsüchtig, tragen ihr gesamtes Hab und Gut in Spiellokale, verschulden sich für ihre Sucht. Am 31. Dezember 2014 laufen die Lizenzen für die Automatenbetreiber in Wien aus. Wie es danach weitergeht, ist


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige