Explodierende Zahlen

Feuilleton | Reportage: Tex Rubinowitz | aus FALTER 49/12 vom 05.12.2012

Wer kauft denn so was? Ausschussware von Damien Hirst, Geschirrtücher von Hundertwasser auf der Kunstauktion im Dorotheum

Bei der großen Jahresauktion für zeitgenössische Kunst im Dorotheum ging es am vergangenen Donnerstag seltsam gedämpft zu: Der Laie hatte den Eindruck, dass der Markt gesättigt sei, dass hier nur Ramsch dritter Güte angeboten wird, insbesondere ausgesucht scheußliche Ausschussware von Damien Hirst, für die sich in seiner Heimat, im Mutterland der Auktionen, niemand mehr interessiert, Hirst demnach ein erledigter Fall ist, endlich.

Aber so war es nicht, wie mir die bienenemsige Pressesprecherin Doris Krumpl, die verblüffend Tracey Ullman ("Move Over, Darling“) gleicht, raunend souffliert. Das Teure ging gar noch teurer weg, mit einigen Überraschungen: Robert Clark Indianas Zahlenbild "Eight“ von 1965 aus der Serie "Exploding Numbers“, die zu den radikalsten Äußerungen der Pop-Art zählt, erzielte 317.500 Euro, ein Preis weit über den Erwartungen.

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