Anspruch und Verwundbarkeit

Feuilleton | Rezension: Karl Wagner | aus FALTER 49/12 vom 05.12.2012

Lesenswert: Essays von Leopold Federmair und Handkes Briefwechsel mit seinem Verleger Siegfried Unseld

Zeremonien sind Peter Handke verhasst, übertroffen nur von Meinungen und den reflexartig abgewehrten Redensarten, Sprüchen und indiskreten Floskeln in Interviews, die gleichwohl immer gewährt werden, wie es scheint.

Handke hat wie kein anderer daran gearbeitet, Schreiben als Lebensform zu begründen: "Ich habe für mein Leben was vor, das ich mir selber vorgenommen habe, und das macht mich stark.“ Er weiß daher, dass Rituale, wenn sie nicht zu zeremoniös ausfallen, Menschenfreundlichkeit ermöglichen und erleichtern. Sie empfehlen sich insbesondere im Umgang mit Verlegern und sind unerlässlich in der Vorbereitungszeit auf das Schreiben.

Immer wieder hat Handke beispielsweise alte Paare auf die Bühne gebracht, die sich mit kargen, aber bestimmten Zeichen ihrer Zusammengehörigkeit versichern können. Handkes Aufmerksamkeit entgeht dabei keineswegs die Einsamkeit der Alten. Seine Kindheitslandschaft


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