Nüchtern betrachtet 

Für einen Kommunismus mit Spitzenverdienern

Feuilleton | aus FALTER 49/12 vom 05.12.2012

Unlängst war irgendwo ein Artikel von irgendwem zu lesen, der den Reichtum verteidigte. Nicht irgendeinen Reichtum, sondern vollkommen fantastischen Reichtum. Es sei, so die These, wichtig und richtig, dass es Menschen gebe, die für das, was sie hervorgebracht haben, Fantastilliarden Dollar, Euro oder Pfund verdienten. Wenn ich recht erinnere, ging es dabei weniger um ameisenarmee- oder ballermannmäßig angehäuften Reichtum für PC-Betriebssysteme oder die Vermarktung thailändischer Dosenplörre, sondern mehr um alleinerziehende Sozialhilfeempfängerinnen, die durch das Verfassen von Fantasy-Heptalogien zu fantastischem Reichtum gelangt sind.

Obwohl ich für einen Kommu- nismus mit bürgerlichen Manieren und anständigen Boutiquen bin, kann ich mich diesem Plädoyer nur anschließen. Selbst nach der Abschaffung des Kapitalismus sollte es ein paar Leute geben, die sich blödsinnig bombastische Passivhaus-Datschen leisten können und mit geschmacklos gestrechten Hybridlimos durch die


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