Blühender Handel

Stadtleben | Feldforschung: Yvonne Schröder | aus FALTER 49/12 vom 05.12.2012

Unsere Autorin war bei Fair-Trade-Baumwoll-bauern in Indien. Deren Produkte werden auch für Mode in Wien verwendet

Die Arbeit der letzten 16 Jahre lässt sich an Blem Shilas Armen ablesen. Kreuz und quer verlaufen Narben, einige sind frisch, andere älter. Die Kratzer stammen von den Baumwollstöcken, von denen die Inderin mehrere Monate im Jahr mit den Fingern die Baumwollbälle pflückt. Blem Shila, 35, besitzt ein kleines Stück Land, auf dem sie Baumwolle anbaut. Die Erträge reichen aber nicht aus, um ihre Familie zu ernähren. Daher arbeitet die Frau wie viele andere aus dem Dorf Thimra im Bundestaat Odisha als Saisonarbeiterin auf den Baumwollfeldern des Farmers Radhakanthosa, etwa 50 Kilometer von der Stadt Bhawanipatna entfernt.

Indien ist nach China der zweitgrößte Produzent von Baumwolle, beim Export liegt es an dritter Stelle hinter den USA. Auch wenn Baumwolle in Indien nach wie vor "weißes Gold“ genannt wird, die Einnahmen der Bauern reichen nicht einmal für das Nötigste:


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