Alles nur Papier: Arbeiten von Jochen Höller

MD | aus FALTER 49/12 vom 05.12.2012

Die Schere ist das Werkzeug des Künstlers Jochen Höller. Damit schneidet er das Wort "Gott" aus der Bibel aus und formt daraus einen ansehnlichen Gotthügel. Andere Papierschnipsel arrangiert er zu Explosionen auf schwarzem Papier oder, im Fall des Werks eines französischen Philosophen, zu einem Papierdarm. Die Umstellung und Neuordnung von Wörtern ist gewöhnlich die Methode experimenteller Lyriker, die Höller freilich in eine räumliche, skulpturale Anordnung überführt. Das kann auch ein Buch sein, etwa der "Wittgensteingenerator". Der Künstler bearbeitete ein Werk des Wiener Sprachphilosophen mit einem Zufallsgenerator und montierte den Text neu. Die Arbeiten Höllers sind geistreich und hübsch anzusehen, aber auch etwas brav.

Galerie Mario Mauroner, bis 29.12.


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