Theater Kritiken

Schriller als Schiller: Ist Karl Moor ein Terrorist?

SARA SCHAUSBERGER | aus FALTER 49/12 vom 05.12.2012

Ist Karl Moor ein Terrorist? Einer, der Bomben legt und großflächig mordet? Und das alles für "Freiheit, Freude und unschuldiges Gewichse"? Gernot Plass hat aus Schillers Drama "Die Räuber" eine Komödie gemacht. In seiner Überschreibung "Moorland - Eine gotverdammte Terroristenbande" soll Held Karl (Gottfried Neuner) dekonstruiert werden. Neue Erkenntnisse bringt die Neufassung trotz Anspielungen auf Marx und Breivik aber nicht: Die Frage, warum Menschen radikal werden, kommt nie wirklich auf der dunklen, reduzierten Bühne an. Der Anfang ist stark, Julian Loidl die perfekte Besetzung für Franz Moor, Karls intriganten Bruder. Insgesamt aber ist die Inszenierung zu lang, das ins Publikum gerichtete, schablonenartige Spiel der weißgeschminkten Schauspieler hält die Spannung vom Beginn nicht aufrecht.

Tag, Fr, Sa, Mo, Di 20.00


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