Kommentar 

Grüne Symbolpolitik: der Fall Matt und die Zensur einer Hassband

Kunst und Politik

Falter & Meinung | Matthias Dusini | aus FALTER 50/12 vom 12.12.2012

Er habe von ihm viel gelernt, sagte der grüne Kultursprecher Klaus Werner-Lobo unlängst bei der Ehrung des Clowns Jango Edwards. Nun leistete sich der Politiker eine Clownerie, über die die einen lachen und die anderen weinen.

Werner-Lobo unterband nämlich ein Konzert der Wiener Band Die Hinichen im Gasometer, das von der Agentur Planet Music veranstaltet wurde. Deren diskriminierende Texte ("Fut Orsch Beidl“, "Wir mischen auf im Frauenhaus“) hätten in einer von der Stadt geförderten Einrichtung nichts zu suchen, begründete er seine Intervention.

Die einen sehen darin das beherzte Einschreiten gegen eine Band, deren Kunst die Grenze von der gespielten Dumpfheit zur tatsächlichen Hetze überschritten hat. Die anderen rufen "Zensur“. Es sei nicht Aufgabe eines mit der Vergabe von Subventionen befassten Politikers, die Inhalte von Kunst zu beurteilen.

Er könne lediglich dafür sorgen, dass der Konzertveranstalter beim nächsten Mal kein Geld mehr bekommt für solche Hasskunst.


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