Kolumne 

Ein Europa der konzentrischen Kreise: die EU am Scheideweg

Außenpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 50/12 vom 12.12.2012

Kaum ist die Feierstunde in Oslo vorbei, hat der Alltag Europa wieder im Griff. Gestritten wird auf Teufel komm raus, wer, wann und mit welchen Kompetenzen Kontrolleure in Europas Banken schicken darf. Auf Hochtouren laufen Personalintrigen über die Nachfolge des amtsmüden Jean-Claude Juncker an der Spitze der Eurofinanzminister. Gefährlich rasch scheint die Dringlichkeit von Reformen zu schwinden.

Tatsächlich hat das Versprechen der Europäischen Zentralbank von diesem Sommer, den Euro mit unbegrenzten Mitteln zu verteidigen, schlagartig zur Entspannung geführt. Spekulanten, die auf den Untergang der Gemeinschaftswährung gesetzt haben, verloren Milliarden.

EZB-Präsident Mario Draghi sei der einzige Europapolitiker, für den nicht nationale Interessen im Vordergrund stünden, preist ihn Helmut Schmidt. Der SPD-Weise vergisst hinzuzufügen: Ohne den Segen Angela Merkels aus Berlin hätte Draghis Ankündigung seine Wirkung verfehlt. Die Kanzlerin stellte sich offen gegen die Deutsche


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