"Man soll sich nicht als Opfer darstellen!“

Politik | Interview: Matthias Dusini | aus FALTER 50/12 vom 12.12.2012

Peter Menasse über sein Buch, die Shoah und die jüdische Opferrolle

Peter Menasse ist Kommunikationsberater, ehemaliger Falter-Kolumnist und Chefredakteur der Zeitschrift Nu. Er veröffentlichte unlängst ein Buch mit einer umstrittenen Behauptung: Es sei Zeit, dass Juden die Opferrolle aufgeben. In einem Gespräch mit dem Falter führte er seine Thesen aus.

Falter: Der New Yorker Theatermacher Tuvia Tenenbom sagt in seinem neuen Buch, der Hass auf Juden sei in Deutschland so schlimm wie zu Hitlers Zeiten. Stimmen Sie dem zu?

Peter Menasse: Nicht in dieser Schärfe. Es hat allerdings gerade eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung gegeben, nach der sich neun Prozent der Deutschen offen zum Antisemitismus bekennen. Meiner Einschätzung nach gibt es in Deutschland ein Ost-West-Gefälle, weil man in Westdeutschland viel früher mit der Aufarbeitung der NS-Verbrechen begonnen hat, früher auch als in Österreich.

Wie ist das in Österreich?

Menasse: In Österreich gibt es viel dumpfen Antisemitismus,


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