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Politik | aus FALTER 50/12 vom 12.12.2012

Juden, schlüpft aus der Opferrolle!

Peter Menasse wendet sich mit einem Vorschlag an die jüdische Gemeinde: den Opferstatus aufzugeben. Inhaltlich verständlich, aber mit der Begründung liegt er nicht richtig: "Niemand will heute mehr Opfer sein“, schreibt er (siehe auch Interview Seite 16). In Wirklichkeit gehört die Opferrolle mittlerweile zu den attraktivsten Optionen, sich in den Medien Aufmerksamkeit zu verschaffen. Und das hat vielleicht auch damit zu tun, dass sich mehr und mehr Menschen überfordert fühlen, ihnen also ein passives Rollenbild durchaus zupass kommt.

Juden waren Opfer, aber sie sind es nicht mehr, findet Menasse. "Heute sind alle Umstände bekannt, das Unrecht ist benannt.“ Deswegen sei die Shoah auch "kein Argument mehr“. Nach Phasen des sträflichen Schweigens und exzessiven Redens über die Shoah solle man sich nun Gegenwart und Zukunft zuwenden. "Antisemiten sind viele, aber sie sind dennoch eine Minderheit.“ Kirstin Breitenfellner

Peter Menasse: Rede


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