Begegnungen mit Fabelwesen und Monstern aller Art: "Der Hobbit - eine unerwartete Reise“

Feuilleton | Filmkritik: Michael Pekler | aus FALTER 50/12 vom 12.12.2012

Die letzten Seiten sind für dich“, hieß es am Ende von Peter Jacksons "Lord of the Rings“-Trilogie, wenn ein Hobbit dem anderen ein Buch in die Hand drückt, damit dieser die Geschichte selber weiterschreibe. Der wahre Adressat aber war der Kinozuseher. Und Millionen haben versucht, die letzten Seiten zu füllen, haben alles gekauft und gespielt, was aus Mittelerde daherkam.

Es hat aber nicht gereicht. Populäre Erlösungsfantasien im Kino erzählen von der Ewigkeit oder behaupten, für eine solche gemacht geworden zu sein. Das Versprechen vom "einmaligen“ Kinoerlebnis, das als unwiederholbares Ereignis verstanden werden will, ist leicht zu widerlegen: Man braucht sich den Film doch nur noch einmal anzusehen - und wenn er von George Lucas stammt, dann eben 30 Jahre später in 3D.

Auch in Jacksons Adaptionen des erzkonservativen J.R.R. Tolkien geht es stets ums Überdauern, weil auch hier das Ende der Welt nicht wirklich das Ende sein darf, sondern ständig neue Legenden und Mythen generiert.

So wie eines der prägnantesten Merkmale des modernen Blockbuster-Kinos dessen Unabgeschlossenheit ist, so müssen auch wir - längst mehr als bloß Zuschauer - auf dem endlosen Weg unseren Anteil zur Erlösung beitragen. Und so ist aus Tolkiens Kinderbuch mit "Der Hobbit - Eine unerwartete Reise“ der erste Teil einer weiteren Trilogie geworden, der entgegen seinem Titel in jeder Hinsicht erwartbar war. Nach einer circa einstündigen Exposition machen sich die Zwerge, der Hobbit (Martin Freeman) und ein Zauberer (Ian McKellen) auf die Reise in den gefährlichen Osten, absolvieren Begegnungen mit dem wichtigsten Elfenpersonal (Hugo Weaving, Cate Blanchett) und schlagen sich bis zur Ermüdung aller mit Fabelwesen und Monstern herum. "Ich glaube, das Schlimmste liegt hinter uns“, meint der Hobbit am Ende, bevor das Riesenauge des Drachen sich öffnet und auf die Einspielergebnisse von Weihnachten 2013 schielt.

Ab Fr in den Kinos (OF IMAX 3D im Apollo)


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