Mit Bruegel an der Reichsbrücke

Feuilleton | Filmkritik: Joachim Schätz | aus FALTER 50/12 vom 12.12.2012

Jem Cohens "Museum Hours“ erzählt von der Freundschaft zwischen Straße und Museum

Gern werfen wir auf diesen Seiten Filmen vor, sie würden mit ihren Figuren zu grob umspringen. "Museum Hours“ von Jem Cohen ist das seltene Gegenteil - ein Film, der ganz nach dem sanften Temperament seiner beiden Protagonisten getaktet ist. Oder, umgekehrt: Die Hauptfiguren sind da, um der nachdenklichen Beobachterposition des Films Gestalt zu geben.

"Ich mag eben Menschen“, erklärt zu Beginn Johann (Bobby Sommer), Wärter im Kunsthistorischen Museum, warum ihm sein Job nicht langweilig wird. Eines Tages hilft er der Amerikanerin Anne (Mary Margaret O’Hara) mit ihrem Stadtplan, schnell entsteht freundschaftliche Vertrautheit zwischen den beiden.

Auch Anne ist aufs Warten verpflichtet. Sie ist nach Wien gekommen, um über ihre Cousine zu wachen, die im Koma liegt. Mit Johann streift sie durch die Stadt.

Die gemeinsamen Touren führen aus der Innenstadt hinaus auf den Flohmarkt am Naschmarkt, an die


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