Buch der Stunde

Vom Okzident zum Orient und wieder retour

Feuilleton | André Behr | aus FALTER 50/12 vom 12.12.2012

Als Newton im 17. Jahrhundert die "Riesen“ würdigte, auf deren Schultern er stehen durfte, um "weiter als Descartes sehen zu können“, nannte er Kopernikus, Kepler und Galilei sowie viele Griechen der Antike. Arabische Wissenschaftler erwähnte er nicht. Diese Sichtweise dominierte die Lehrmeinung für lange Zeit.

Und obwohl man mittlerweile auch bei uns mehr über die Leistungen der islamischen Wissenschaften weiß, hört man immer wieder, dass in den Jahrhunderten zwischen den alten Griechen und den wissenschaftlichen Revolutionen der Gegenwart in den Naturwissenschaften nicht viel passiert sei.

Allen, die sich darüber schon gewundert haben, sei John Freelys Buch "Platon in Bagdad“ empfohlen. Der 86-jährige New Yorker, der seit vielen Jahrzehnten in Istanbul lebt und dort Physik und Wissenschaftsgeschichte lehrte, räumt in seinem Werk sehr geduldig mit Vorurteilen unterschiedlichster Herkunft auf. Ausgestattet mit immensem Faktenwissen beschreibt er die Wege und Wandlungen des


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